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Entwicklung im Konzern

Gebetsmühlenartig wird der Standort Deutschland weiterhin als Kernmarkt von Vattenfall bezeichnet. Doch was ist in den letzten Jahren daraus geworden?

Nachdem die traditionellen Markenamen in Hamburg und Berlin beseitigt wurden, konnte Vattenfall über viele jähre hinweg keine gute Akzeptanz in Deutschland erreichen. Besonders auf der politischen Ebene ist es den Schweden nicht leicht gefallen die notwendige Unterstützung zu finden. Insbesondere unter Berücksichtigung des Geschäfts, welches häufig von Subventionen abhängig ist, konnte mit Arroganz gegenüber der Gesellschaft, dem massiven Abbau von Arbeitsplätzen, eingestelltem Sponsoring und mangelnden Verständnis des deutschen Markts keine richtige Zugehörigkeit erreicht werden.

Das Verständnis für den deutschen Markt, seine Kunden und seine Mitarbeiter wurde nie richtig eingeschätzt. Bereits nach kurzer Zeit, als das deutsche Management mit Herrn Rauscher ausgetauscht wurde, fing die massive Fehlentwicklung im Konzern an zu greifen.

Heute Anfang 2019 können wir folgendes Resümee bilden.

Das Übertragungsnetz ist vor Jahren bereits verkauft worden. Der Braunkohletagebau und diverse Kraftwerke im ostdeutschen Raum sind nicht mehr Bestandteil des Konzerns. Einen deutschen Vattenfall-Kundenservice gibt es nicht mehr und die Hamburger Stromnetz und Wärme Gesellschaften mussten aufgrund der geringen Bürgerakzeptanz Vattenfalls an die Stadt Hamburg verkauft werden. Auch diverse andere Einheiten wie die VSG und die Netcom sind mittlerweile veräußert worden.

Das heutige deutsche Vattenfall Gebilde hat nur noch wenig mit dem ursprünglichen Energiegesellschaften zu tun. Die ehemals guten Arbeitsplätze in den großen Städten sind massiv abgebaut worden, um die Gewinne zu maximieren.

Die Mär der Notwendigkeit zur Kostenreduzierung, die sich aus der Energiewende und dem Markt ergibt, wird zwar weiterhin eifrig verwendet, doch wirklich glauben tut es niemand mehr. Wir erachten die Situation Vattenfalls auf dem deutschen Markt für gescheitert.

Spätestens nach der Entscheidung über die Stromnetzkonzession in Berlin, könnte aus unserer Sicht Vattenfall eventuell Geschichte sein. In diversen Zeitungsartikeln wird derzeit über den Wechsel der Stromkonzession an Berlin Energie spekuliert (Stromnetz soll an den Landesbetrieb Berlin Energie fallen).

Als Betriebsgruppe begrüßen wir grundsätzlich die Rekommunalisierung der Energieversorgung. Aufgrund der Erfahrungen als kommunales und privates Unternehmen (Bewag -> Vattenfall), erachten wir die Energieversorgung als zu wichtig für die Gesellschaft. Besonders aber auch deshalb, weil Subventionen für die Branche notwendig sind und als Gewinne zur Finanzierung einer schwedischen Gesellschaft genutzt werden.

Warum sollte also der deutsche Kunde den schwedischen Bürger subventionieren?

Eine Rekommunalisierung unter bestimmten Rahmenbedingungen (z. B. Weiterführung der tariflichen Selbstständigkeit durch einen Eigentümerwechsel) wird von uns begrüßt.

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