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Nehmen wir mal an, ein Abschluss mit einer Laufzeit von 24 Monate und durchschnittlich 2,8 % Lohnerhöhung würde bei einer Inflationsrate von ca. 2,5 % erzielt werden. Was bedeutet das für Sie als Arbeitnehmer/in?

  1. Die Reallohnverluste der letzten Jahre würden Sie um ca. 0,3 % reduzieren können. Bei vorsichtiger Schätzung von ca. 8 - 10 % ist das evtl. ein sehr geringer Wert.
  2. Sie müssen darauf hoffen, dass die Entwicklung der Inflation nicht steigt, um nicht doch wieder in die Verlustzone zu geraten.
  3. Eine Reaktion der Arbeitnehmerschaft auf weitere Bedrohungsszenarien ist für die nächsten 2 Jahre, aufgrund der Friedenspflicht nicht möglich und ihr Arbeitsplatz wird höchstwahrscheinlich auch nicht sicherer.

In der Summe haben Sie eventuell weder eine spürbare Lohnsteigerung, noch einen sicheren Job.

Unsere Forderungen beziehen sich immer auf eine Laufzeit von 12 Monaten. Ein Jahreszeitraum ermöglicht uns auf wirtschaftliche oder betriebliche Entwicklungen relativ kurzfristig zu reagieren. Erhöhen sich die Preise für Miete, Energie und anderen Unterhaltskosten, können wir so angemessen auf Trends im Sinne unser Mitglieder reagieren. Auch auf betriebliche Entwicklungen kann so kurzfristig reagiert werden und die Friedenspflicht wird nicht zum Hindernis.

Möchte der Arbeitgeber längere Laufzeiten haben, dann muss er aus unserer Sicht dieses Risiko für die Arbeitnehmer/innen zusätzlich honorieren. Laufzeiten die über 12 Monate liegen sollten aus diesem Grunde eine zusätzliche Absicherung hinsichtlich Kündigungsschutz und anderweitigen Abbauzielen (Fremdvergaben/Outsourcing/Liquidation) haben.

Lange Laufzeiten müssen aus unserer Sicht teuer sein, da sie ein hohes Risiko für die Arbeiternehmer/innen darstellen.

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Wir sind erstaunt - da verhandeln jahrelang Gremien die von uns bezeichneten  Reallohnverluste und plötzlich kritisieren Sie ihre selbstverschuldete Misere.

Nun kämpfen sie plötzlich gegen ihre eigene Politik, die sie selbst zu verantworten haben. Vor Jahren wurde das Thema Reallohnverluste sogar geleugnet und plötzlich gibt es sie doch?

Diese Situation ist schwer nachvollziehbar, da die meisten Protagonisten immer noch die gleichen sind. Wir sind skeptisch, aber freuen uns zu gleich.

Das gute daran - den Mitgliedern der GVV kann so etwas nicht passieren, weil wir basisdemokratisch organisiert sind.

Können Sie sich noch an die Entstehung des Konzerntarifvertrags erinnern?

Um einen Konzerntarifvertrag zustande zu bringen hatte Vattenfall den drei Gewerkschaften damals vieles abgerungen. Letztlich mit dem Ziel, ein führendes Energieunternehmen in Europa zu werden und als Arbeitgeber Nummer zu gelten.

Aber besonders für die Beschäftigten in Berlin und Hamburg bedeutete dieses Vertragswerk eine Absenkung des Tarifniveaus insbesondere für Jüngere und Neubeschäftigte. Damit wurde aber auch die Möglichkeit der Aufspaltung in die einzelnen Spartengesellschaften geebnet und die Unsicherheit bei den Beschäftigten nahm seinen Lauf.

Das alles passierte mit Unterstützung der damaligen Gewerkschaften! Rückblickend ist der Vorwurf des Versagens sicherlich einfach gemacht, aber bereits vor einigen Jahren wären massive Kurskorrekturen notwendig gewesen.

Zu der aktuellen Vergütungstarifverhandlung stellen wir hier aktuelle Informationen rund um die Inflationsentwicklung der letzten Jahre zur Verfügung. Die Gewinne der deutschen Vattenfall-Gruppe stehen uns leider vollständig zur Verfügung, aber die Kluft zwischen den Gewinnen und Gehaltszuwächsen ist ein Fakt.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5851/umfrage/prognose-zur-entwicklung-der-inflationsrate-in-deutschland/

https://www.finanz-tools.de/inflation/inflationsraten-deutschland

Wie aber auch Vielen bekannt ist, erscheint die Inflationsrate nicht immer mit der tatsächlichen Inflation zu tun zu haben. Hier ein interessanter Artikel aus der Wirtschaftswoche:

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/geldentwertung-die-inflation-ist-viel-staerker-als-behauptet/22571956.html

Unsere Kollegen von der Betriebsgruppe BVG stellten zu den Tarifentwicklungen gleichfalls ihre eigenen Überlegungen an.

http://zubehoer.betriebsgruppe-bvg.de/dokument_zur_entgeltrunde_2018_1.pdf

http://www.betriebsgruppe-bvg.de

Nachdem wir uns bei der Betriebsratswahl 2018 als GVV-Liste nicht beteiligen konnten, weil uns angeblich die Zuständigkeit fehlte, haben sich einige Kollegen bereit erklärt den Wahlablauf gerichtlich überprüfen zu lassen. Eine Vielzahl von Aspekten haben Anlass zur großen Besorgnis gegeben und diesen Schritt letztendlich notwendig gemacht.

Als Betriebsgruppe stellen wir fest, dass eine sachliche und argumentative Auseinandersetzung insbesondere vor und während der Wahlen für unsere Kolleginnen und Kollegen kaum möglich waren. Die Summe der Ereignisse empfinden wir als alarmierend und ein starker Verdacht hat sich erhärtet.

Wir beobachten die Entwicklungen auch jetzt noch mit großer Sorge, da auch die gerichtlich Überprüfung als Angriff gewertet wird. Es fehlt der Respekt!

Freiheit bedeutet: Auch die andere Meinung zu akzeptieren. (Alfred Selacher - Schweiz)

Ende April fanden bei der Stromnetz Berlin GmbH die Betriebsratswahlen statt.

Nach den Schwierigkeiten, die der GVV bei der Wärme AG gemacht wurden, entschlossen wir uns als offene Liste anzutreten. Auf unserer Liste kandidierten neben GVV Mitgliedern auch gewerkschaftslose Mitarbeiter und auch engagierte Vertreter anderer Gewerkschaften.

Zur Wahl stellten sich insgesamt 4 Listen. Trotz eines mäßigen Wahlergebnisses bei dem die drei kleinen Listen jeweils einen Vertreter in den neuen BR entsenden können, gelang es bei der konstituierenden Sitzung den alten BR Vorsitzenden ab zu wählen.

Das war eines der erklärten Ziele im Vorfeld der Wahl.

Gemeinsam konnten die 3 kleineren Listen einen Sitz im künftigen Betriebsausschuss erzielen.

Wir hoffen das es im neu gewählten Gremium eine konstruktivere Zusammenarbeit gibt, als unter der Leitung  des alten BR Vorsitzenden.

Anfang Juni wird auf einer Klausurtagung der Zuschnitt der örtlich zu vertretenden Bereiche festgelegt und die Arbeit in den Fachausschüssen organisiert. Wir hoffen zukünftig besser in die Arbeit der Gremien eingebunden zu werden um einen reibungslosen Informationsaustausch zu gewährleisten.

Für die Belegschaft ist es wichtig gut informiert zu sein, um auf Veränderungen entsprechend reagieren zu können. Wir werden uns aktiv einbringen, um die Ziele unseres Wahlprogramms auch um zu setzen.

Erste Erfolge sind zu verzeichnen, neben der Abwahl des alten BR Vorsitzenden  wird jetzt endlich  auf personenbezogene Fahrzeuge für den BR Vorsitzenden und seinen Stellvertreter verzichtet, wenn notwendig werden Pool-Fahrzeuge genutzt.

Der BR Vorsitzende rückt wieder näher an die Belegschaft und nicht an einen Abteilungsleiterposten! Wir danken unseren Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen.

Die nächste Mitgliederversammlung findet am 16.5.2018 statt. Alle Mitglieder sind eingeladen und sollten in den letzten Tage eine Einladung per Email erhalten haben. Andernfalls solltet Ihr mit uns Kontakt aufnehmen.

Wir bitten Euch um rechtzeitige Rückmeldung.

Um Euch besser zu informieren werden wir demnächst einen geschützten Bereich einrichten, der uns einen detaillierteren Informationsfluss ermöglicht. Hierzu werden wir Euch weitere Informationen senden, die Euch den Zugriff ermöglichen.

 

Der angekündigte Stellenabbau bei Vattenfall, trotz sprudelnder Gewinne, spricht erneut für wenig Fingerspitzengefühl. Vattenfall hatte in den letzten Jahren geringere Gewinne bzw. Verluste erzielt. Die Verluste wurden weitestgehend durch Wertberichtigungen verursacht, die sich aus der Energiewende ergeben haben.

Nicht zu vergessen sind aber auch die Zeiten vor der Energiewende. Hier hatte Vattenfall sehr hohe Gewinne, besonders in Deutschland generiert. Diese wurden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglicht.

Heute stehen die Mitarbeiter/-innen weiterhin im Fokus der Kostenreduzierungsprogramme und der Trend zu weiteren Ausgliederungen hält ungemindert  an. Alle bisherigen Maßnahmen, um diesen jahrelangen Trend zu stoppen, sind in der Summe leider erfolglos geblieben. Infolge von Arbeitsverdichtungen, Stellenstreichungen, Outsourcingsmaßnahmen und Verkäufen sind in Berlin sehr viele Stellen gestrichen worden.

Bereits seit Jahren wäre aus unserer Sicht eine härtere Auseinandersetzung zum Schutz der Arbeitsplätze notwendig gewesen. Unsere modulare Strategie für Tarifverhandlungen soll eine neue Richtung vorgeben und die Arbeitsplätze besser sichern. Ein Umdenken, aber auch eine neue Kultur ist im Kampf um die Arbeitsplätze der Vattenfallbeschäftigten dringend notwendig.

Aus diesem Grunde muss die Solidarität der Mitarbeiter/innen und das Verständnis hinsichtlich tariflicher Auseinandersetzungen gestärkt werden. Dies sollte der erste Schritt zur Vorbereitung sein. Ohne Veränderung auf der eigenen Seite wird es nicht gehen.