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Bereits 2015 forderten wir die Gewerkschaft …. Ein Beispiel aus der Email – Kommunikation …

Entgegen  den häufigen Behauptungen, man hätte vorher nicht handeln können oder dürfen, veröffentlichen wir hier einen Emailverkehr zwischen einem damaligen Vertrauensmann und dem Gewerkschaftssekretär von ver.di. Bereits 2015 hatte, wie auch schon zuvor auf den Vertrauensleuteversammlungen, unser Mitglied Andreas Schubel zu Handlungen aufgefordert.

Leider hatte man hier weder Kreativität noch echte Solidarität erkennen können (siehe Antwort).

Den Weitblick hätte es zu diesem Zeitpunkt schon längst geben müssen und eine Glaskugel wäre dabei auch nicht notwendig gewesen. Die Erfahrungen mit dem Arbeitgeber waren in genügender Anzahl vorhanden und Handlungen wären obligatorisch gewesen. Auch dieses Erlebnis stärkte den späteren Gedanken des Gewerkschaftswechsels.

Auszug aus dem Emailverkehr im Jahre 2015: (Die Namen wurden zum Schutz der Persönlichkeitsrechte gelöscht)


From: Schubel Andreas
Sent: Wednesday, June 10, 2015
To:
Subject: Aktionen von verdi?

Hallo R...,

da man nach der Ankündigung der sogenannten Neuausrichtung des Kundenservice noch nichts von ver.di gehört hat, verwundert mich die Stille nun extrem. Auch meine Kollegen fragen nach Aktionen und Maßnahmen. Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass in einer Zeit wo GDL, Post, Erzieher usw. teilweise auch zu Themen wie Ausgliederung auf die Straße gehen und streiken, während wir hier (so kommt es zumindest derzeit an) wie die Schafe auf die Schlachtung warten.

Gibt es hier evtl. einen besonderen Plan, der Geheim gehalten wird um zum finalen Gegenschlag auszuholen oder bedeutet die Stille Hoffnungslosigkeit und Resignation? Mir wäre wichtig, auch die aktuelle Tarifdiskussion (wir sind ja zur  Zeit nicht  in der Friedenspflicht) in das Kalkül der möglichen Maßnahmen einzubeziehen.

Mein Vorschlag wäre hier, die aktuellen Verhandlungen im Sinne der aktuellen Entwicklungen zu nutzen und endlich mal Druck aufbauen, sonst laufen wir Gefahr, dass wir uns überflüssig machen und der AG das derzeitige Vorgehen als Blaupause für uns übrige evtl. auch noch nutzt.

So kann das aus meiner Sicht definitiv nicht weitergehen!!!

Mit freundlichen Grüßen / Best regards

Andreas Schubel
verdi Vertrauensmann


"M.. , R.." <@verdi.de> schrieb:

Hallo  Andreas,

leider haben unsere Bemühungen für ein Umdenken bei den Entscheidungsträgern bei Vattenfall nicht gefruchtet. Wir unterstützen, den GBR des Kundenservice, sich auf seine Verhandlungen vorzubereiten und auch bei den Verhandlungen selbst. Volker, Armin und ich haben momentan einige Ideen, was möglich wäre. Jedoch werden wir diese nicht äußern, solange es von unserer Rechtsabteilung kein „grünes Licht“ gibt. Rechtlich ist es leider nicht möglich unsere „stillgelegte“ Tarifauseinandersetzung für solche Punkte zu nutzen, da die Verhandlungen mit anderen Forderungen eröffnet wurde. Ein erster Entwurf für einen eigenen Tarifvertrag liegt unserem Verhandlungsführer seit dieser Woche vor.

Wir prüfen, was möglich ist und überlegen mit den betreffenden Betriebsräten und Vertrauensleuten, wann welche Aktion am sinnvollsten ist. Eine Kommunikation und Stellungnahme zu den Verkündungen im Kundenservice erfolgt am Montag gegenüber den Kundenservicebeschäftigten.

R.. M...

Gewerkschaftssekretär
ver.di - Landesbezirk Berlin-Brandenburg

FB 2 - Ver- und Entsorgung
Köpenicker Str.  30
10179 Berlin


From: Schubel Andreas
Sent: Thursday, June 11, 2015
To: M...R...
Subject: Re: Aktion von ver.di

Hallo R...,  ganz lieben Dank für Deine schnelle Antwort. Mir ist klar, dass die Situation äusserst schwierig ist und es wohl keine einfache Lösung geben wird.  Bei den Tarifverhandlungen muss ich Dir allerdings widersprechen. Wir haben 5% lineare Lohnerhöhung auf 12 Monate gefordert und haben diese bisher nicht erhalten. Diese können wir einfordern und dafür können wir auch  auf die Strasse gehen. Der Rest obliegt unserer Kreativität und unseres Engagements. Ich glaube wir sollten nicht nur immer auf gerade Züge setzen sondern auch mal über Bande spielen. Wenn wir uns ständig Stück für Stück auflösen, dann bleibt bald auch nichts mehr übrig und die Diskussion über den Sinn von Gewerkschaft, deren Quelle die Arbeitskämpfe waren, wird sich weiter stellen.  Wir sollten uns nicht zu Lemminge machen lassen und die viel beschworene Gemeinschaft einschwören und nutzen. Das wäre jetzt aus meiner Sicht unsere Aufgabe. Die Kampfparolen  habe ich noch in den Ohren, die bei unseren diversen Demos und Warnstreiks in der Vergangenheit gefallen sind. Wo ist sie denn nun?? Momentan höre ich leider immer wieder Statements von Einigen, was nicht geht, allerdings nicht was geht. Das ist bitter, da ich mir dann ausmale was uns dann auch mal selbst blühen könnte. Ich denke auch an die jüngste "Lösung" mit der Hanuman GmbH. Ich sehe unsere Stärke nur in der Niederlegung der Arbeit, da es unser einziges Mittel ist.  Verlieren kann  man, aber zu gucken ist keine Lösung.  Um es vorweg zu nehmen, es geht  hier nicht um einen persönlichen Vorwurf Dir gegenüber. Davon distanziere ich mich ausdrücklich!!!!  Ich wünsche viel Erfolg und würde gerne auch helfen wollen, deshalb stelle ich mich hier auch gerne zur Verfügung. Da ich auf dem Handy tippen musste, bitte ich um Nachsicht. Gruss Andreas

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Ein Gedanke zu „Bereits 2015 forderten wir die Gewerkschaft …. Ein Beispiel aus der Email – Kommunikation …

  1. Admin

    *** zur Info - Eine Antwort seitens ver.di gab es dann auch nicht mehr und die Kommunikation war zu Ende. Auch das war sehr bedauerlich. Die Kolleginnen und Kollegen im ver.di Betreuungsbereich hatten Aktionen gefordert und erwartet. Dies war dann für die Funktionäre wohl nicht wichtig. Es ärgert heute noch, wie ignorant damit umgegangen wurde. Persönliches Fazit als Vertrauensmann: Zahlen darfst Du, aber nichts fordern!!

    Antworten

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