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Wird der Abbau sozialer Errungenschaften weiter zum Standard?

Die Scheu vor Auseinandersetzungen in den letzten Jahren haben zur Folge gehabt, dass soziale Errungenschaften der letzten Jahrzehnte kontinuierlich abgebaut wurden. Kein Erfolg für uns Arbeitnehmer und auch wenig Verantwortlich gegenüber unseren Nachfolgegenerationen. Junge Arbeitnehmer erwartet heute ein niedrigeres Tarifniveau gegenüber dem alten Bewag-Tarifvertrag. Soziale Standards wurden an einigen Punkten abgebaut und eine Zwei-Klassen Gesellschaft von Arbeitnehmern wurde eingeführt.

Die Altersversorgung für junge Arbeitnehmer, die Ergebnisbeteiligung usw. wurden reduziert oder abgeschafft. Besonders unter dem Gesichtspunkt der zu erwartenden Rentenentwicklung ist die Altersversorgung für unsere jungen Kolleginnen und Kollegen wichtig denn je.

Die damalige Zusammenlegung der Gesellschaften und der hieraus entstandene Konzerntarifvertrag hat aus Sicht des Standorts Berlin eine negative Entwicklung gebracht. Die Begründung diese Zugeständnisse zu machen, um Arbeitsplätze zu halten, haben sich als absolute Fehleinschätzungen erwiesen und bereits seit Jahren bekannt.

Die GVV hält eine strikte Umkehr der Handlungsstrategien bei Tarifverhandlungen für dringend notwendig. Um unsere Arbeitsplätze zu sichern und den Druck auf den Arbeitgeber zu erhöhen stehen wir für klare Forderungen, die wir mit allen Mitteln durchsetzen wollen.

Im ersten Schritt halten wir Forderungen zur Sicherung unserer Arbeitsplätze für unabdingbar. Diese aber nicht in Form von weiteren Gehaltserhöhungen unter der jährlichen Teuerungsrate oder durch Abbau weiterer Sozialstandards. Anschließend sind Aktivitäten und Forderungen zur Beseitigung der Unterschiede zwischen Jung- und Alt-Beschäftigten aufzunehmen und zu forcieren.

Wie steht Streik-Deutschland im europäischen Vergleich da?

In den meisten anderen europäischen Ländern wird mehr gestreikt als in Deutschland. Auf einem ähnlich niedrigen Niveau bewegen sich nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft nur die Schweiz, die Slowakei, Polen und Schweden. Der Grund dafür sei der sozialpartnerschaftliche Ausgleich gewesen, sagt Nowak. Doch der bricht seiner Meinung nach allmählich auf: „Auf der einen Seite sind die Arbeitgeber kompromissloser, auf der anderen könnte man auch sagen: Deutschland passt sich nur dem europäischen Streikstandard an.“ Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich, Italien oder Griechenland gibt es hierzulande immerhin keine politisch motivierten Massenstreiks. Für den Arbeitsbeziehungs­experten Lesch ist die Entwicklung dennoch bedenklich. „Steigen Ausfalltage und Konflikthäufigkeit in Deutschland weiter an, droht ein wichtiger Standortvorteil verloren zu gehen.“

 

 

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